Schulentwicklung

 
Durch eine innere Schulentwicklung ist seit 1986 an der Jenaplanschule Hungen ein reformpädagogisches Profil gewachsen, das inzwischen die typischen Aspekte einer Jenaplanschule aufweist.
Arbeitsschwerpunkte der Schulentwicklung
1986 - 1988    Freie Arbeit
1988 - 1990    Wochenplanunterricht
1990 - 1992    Sechsjährige Grundschule (nicht realisiert)
1992 - 1994    Feste Öffnungszeiten und Ganztagsbetreuung
1994 - 1996    Grundschule nach Jenaplan durch
                       Stammgruppenbildung
1996 - 1998    Schulversuch "Neukonzeption der
                       Schuleingangstufe"
1998 - 2000    Jenaplan in den Jahrgangsstufen 1 - 6
2000 - 2002    Umbau zur vierjährigen Jenaplanschule
2002 - 2004    Flexibler Schulanfang
2004 - 2006    Konzept Ganztagsschule
2007:              Genehmigung des Anbaus in Obbornhofen
2006 - 2008    Einrichtung und Neubau der Ganztagsschule
2008 - 2010    Sanierung des Altbaus
2010 - 2012    Selbstständige Schule
2012 - 2014    Inklusive Schule
Schulentwicklung der Jenaplanschule Hungen
Bis etwa 1992 muss die Entwicklung zur Jenaplanschule als eher zufällig bezeichnet werden. Zwar wurden schon seit 1986 rigorose Veränderungen bis hin zum Ganztagsbetrieb vorgenommen. Ausgangspunkt der Überlegungen war aber nie die Jenaplanpädagogik, sondern immer die aktuelle schulpädagogische Diskussion um die "Veränderte Kindheit" und später auch der Reformimpuls durch das neue hessische Schulgesetz.
Nachdem der Kampf um eine sechsjährige Grundschule im Landkreis Gießen zunächst politisch erfolglos geblieben war, startete etwa gleichzeitig die Jenaplanforschungsstelle der Universität Gießen einen Aufruf zur Gründung einer Jenaplaninitiative mit dem Ziel einer mindestens sechsjährigen Jenaplanschule in Gießen oder Umgebung.

Die auf diese Weise angeregte Auseinandersetzung mit dem Konzept Peter Petersens machte dem Kollegium deutlich, dass Petersens Schulversuch nichts anderes war als der Versuch, verschiedene reformpädagogische Ansätze durch ein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept in der Schulpraxis ganzheitlich umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Da eine so verstandene Petersenschule auch Freiräume lässt für die weitere Schulentwicklung, erschien der Schulgemeinde eine Jenaplanschule besonders geeignet, die Vision einer sechsjährigen Grundschule weiterhin zu verfolgen.

Die Forschungsstelle vermittelte eine Exkursion zu sechsjährigen Grundschulen in Nijmwegen und Malden. Diese Fahrt nach Holland, an der Lehrer und Eltern gemeinsam beteiligt waren, brachte in der anschließenden Schulkonferenz den entscheidenden Durchbruch: ein Antrag auf eine sechsjährige Jenaplanschule wurde an den Schulträger gestellt.

Dieser Zustand sollte nur fünf Jahre dauern. 2003 wurde die Schule wieder auf eine vierjährige Jenaplanschule reduziert. Inzwischen hat die Schule langjährige Erfahrung mit Stammgruppen, in denen Kinder des ersten, zweiten und dritten Schuljahres zusammen unterrichtet werden. Die Jenaplanschule feiert 2014 ihr zwanzigjähriges Bestehen.
2007 wurde ein Neubau genehmigt, um beide Schulstandorte zusammen zu legen. Ab dem Schuljahr 2008/2009 wurden die Stammgruppen auf die Jahrgangsstufen 1/2 und 3/4 umgestellt und drei Jahre später auf die Stufen 0/1/2 und 2/3/4. Die Jenaplanschule ist seit 2008 auch „Ganztägig arbeitende Schule“, seit 2011 mit einer Öffnungszeit von 7 bis 18 Uhr. Die nächsten beantragten Projekte sind der Status „Offene Ganztagsschule“ und die „Selbständige Schule“. Mittelfristig soll die Schule Inklusive Schule werden.
Die_Schule.html
Jenaplan.html
Nähere Informationen zum Thema Jenaplan und über die Idee des schulpädagogischen Reformmodells sind auch im Buch „Der kleine Jena-Plan“ von Peter Petersen nachzulesen. Einen Link zum herausgebenden BELTZ-Verlag finden Sie hier.http://www.beltz.de/de/paedagogik/themen/titel/der-kleine-jena-plan.htmlshapeimage_7_link_0