Reformpädagogik

 
Die Reformpädagogik der zwanziger Jahre war eine von Schulpraktikern getragene Bewegung, die durch gemeinsame reformpädagogische Ansätze gekennzeichnet war. Diese Ansätze sind grundlegend für unsere Arbeit mit den Kindern.
o      an den Bedürfnissen der Kinder orientierter Unterricht: Rhythmisierung 
        von Spiel und Arbeit
o      an der Lebenswirklichkeit der Kinder orientierter Unterricht: Themen 
        aus dem Erfahrungsbereich der Kinder
o      ganzheitlicher Unterricht: fächerübergreifend, themenorientiert,
        projektorientiert
o      jahrgangsübergreifender Unterricht: Soziales Lernen durch 
        gegenseitiges Helfen zwischen Kindern unterschiedlichen Alters ergibt 
        eine natürliche Erziehung zur Gemeinschaft
o      hohe Differenzierung bis hin zur Individualisierung: Freie Arbeit und 
        Arbeit mit Karteien
o      Schule als Lern- und Lebensraum für Kinder: Elternmitarbeit,
        Nachbarschaftsschulen, Ganztagsschulen
Bekannte Vertreter der Reformpädagogik
Montessori    (oben rechts):
Freie Arbeit, Selbständigkeit und Selbsterfahrung

Freinet           (oben links):
Schuldruckerei, Individualisierung durch Karteiarbeit
Steiner           (unten links):
Anthroposophie, musischer Schwerpunkt, Waldorfschule

Petersen        (unten rechts):
Ganzheitliche schulpraktische Zusammenfassung reformpädagogischer Ansätze, Erziehung in altersgemischten Lerngruppen
Peter Petersens Jenaplanschule
In den Jahren 1909 bis 1923 war Peter Petersen aktiv an der Bewegung der Lebensgemeinschaftsschulen (Wilhelm Paulsen, Adolf Reichwein und andere) in Hamburg beteiligt.

Die in der damals aktuellen pädagogischen Diskussion vorhandenen reformpädagogischen Ansätze versuchte Petersen dann ganzheitlich in der Schulpraxis umzusetzen: 1924 bis 1950 führte er einen Schulversuch durch mit einer Schule, die der Universität Jena angegliedert war.
In dieser Ur-Jenaplanschule ("Plan" war damals ein im pädagogischen Sprachgebrauch üblicher Begriff für "Konzept" oder "Programm" einer Schule) sollte die gesamte Schulzeit vom Kindergarten bis zum Abitur in altersgemischten Stammgruppen unterteilt werden, die je drei Jahrgänge umfassen:
Untergruppe (Kl. 1 bis 3), Mittelgruppe (Kl. 4 bis 6), Obergruppe (Kl. 7 bis 9) und Jugendlichengruppe (Kl. 10 bis 12).
Die Unterrichtsorganisation war geprägt durch Kernunterricht und durch Kursunterricht, der eine inhaltlich orientierte Leistungsdifferenzierung verwirklichte. 

Neben vielen nachfolgenden Schulversuchen in der weiteren Umgebung Jenas fand Peter Petersens Pädagogik auch internationale Bedeutung. Viele Vorträge im Ausland und ein von ihm eingerichteter Schulversuch in Amerika trugen dazu bei.
Die_Schule.html
Jenaplan.html